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Juli 2021 - Klara macht Urlaub in Bayern

Ich grüße Euch aus Garmisch-Partenkirchen, einem Ort nahe der Zugspitze, an dem es Alltag ist, Dirndl und Lederhosen zu tragen. Ob dieser Umstand nun dem Tourismus oder dem Patriotismus geschuldet ist, kann ich nicht beurteilen, aber es ist ganz amüsant hier. Unser Hotelzimmer ist komplett holzvertäfelt (dezent dunkel), andauernd bimmelt die Kirchturmglocke (die sich leider in knapp 100 Metern Entfernung befindet, was verdammt laut ist!) und gestern Abend hat ein Akkordeon das Gegröle einiger Betrunkener begleitet, die dem guten deutschen Bier gefrönt haben, um mir das Einschlafen zu erschweren. Einen gewissen Charme hat es. Die Berge, die überall im Hintergrund in den Himmel ragen, der Dialekt und Leibspeisen wie Bratkartoffeln (ich liebe Bratkartoffeln!) machen Bayern einmalig. Hier auf Dauer leben, wird aber niemals funktionieren.

Was Bayern auch hat: Viele Wanderwege, die für meinen Mann und mich der eigentliche Grund waren, herzukommen. Ja, ich habe meinen untrainierten Bürotigerleib in der letzten Woche fleißig die Berge rauf- und runtergeschleppt. Aber nicht nur die Berge in Bayern haben wir erklommen, sondern auch die in der Sächsischen Schweiz, wo wir zuvor fünf Nächte in einem winzigen Appartement auf einem Berg im Naturschutzgebiet einquartiert waren. Die Wälder in Bayern sind dunkler und verwunschener als die in Sachsen, aber der Blick vom Elbsandsteingebirge über die Weiten der Sächsischen Schweiz begeistert mich mehr als die Aussicht in die bayrischen Täler.

Es ist ein richtiger Aktivurlaub geworden. Wir haben eine Quad-Kanu-Tour entlang/auf der Elbe unternommen, die Bastei-Brücke besichtigt, an einer geführten „BrotZeitWanderung“ teilgenommen sowie einen Abstecher nach Dresden, zum KZ Dachau (München) und zum Schloss Neuschwanstein unternommen. Mein neues Fitnessband sagt zwar, dass ich einen miserablen Tiefschlaf habe (z.B. (Worst Case) 8 h gepennt, davon 8 Minuten Tiefschlaf, angeblich ist der von 99% der Nutzer länger und mein Mann schafft es auch tatsächlich mit demselben Gerät bei 7,5 h Gesamtschlafdauer auf ganze 2 h Tiefschlaf), aber ich bin mit jedem Tag ein Stück entspannter. Bewegung bedeutet Cortisolabbau und das bedeutet, der Alltagsstress und das Gefühl, ein getriebener Mensch zu sein, lassen mich allmählich los. 

So viel zum ersten Urlaub des Jahres.

 

 

Von der Literaturagentur gab es vor wenigen Tagen das Feedback, dass die Änderungen am Kalte-Herzen-Projekt  gefallen haben und das bedeutet, dass ich (vorerst) einen Haken an dieses Buch machen kann. Wenn wir am Dienstag zurück ins lauschige Ruhrgebiet fahren, geht es dann mit dem Tüfteln am Willa-Projekt weiter.